TRAVEL JOURNAL

AUF DEN SPUREN DER ALPAKAS

Einmal im Jahr macht sich Claudia Lanius - Gründerin und Designerin von LANIUS – auf die Reise, um die Geschäftspartner und Produzenten in ihren Produktionsstätten zu besuchen. Zu vielen Produktionsbetrieben bestehen schon jahrelange Geschäftsbeziehungen, nicht selten sind Freundschaften daraus entstanden.

Begleiten Sie uns auf der diesjährigen Reise nach Peru: Unser Travel Journal „Auf den Spuren der Alpakas" gibt Ihnen einen ganz persönlichen Einblick in die Reise von Claudia Lanius und Annabelle Homann nach Peru zu den Alpakas, die uns im Winter mit ihrer wunderbar weichen Schurwolle wärmen.


TURBULENT, TROPISCH, KREATIV

MONTAG, 24.10.2016

 

Es ist Montagmorgen und nach einem langen Flug kommen wir an: im Land der Alpakas. Statt unseres gewohnten Montagsmeetings im LANIUS Loftatelier in der beschaulichen Kölner Südstadt, befinden wir uns nun nahezu am anderen Ende der Welt. Es geht bunt zu in Lima: Das Klima ist tropisch und die Menschen wirken kreativ und lebhaft auf uns. Aufwendige und eindrucksvoll realistische Street-Art-Gemälde zieren die Häuserwände. 



Unser Agent in Peru ist kein Geringerer als Matthias Hess, Sohn des Gründers von Hess Natur. Er gibt in Lima, der Hauptstadt Perus, für uns den Travel Guide. Hess und Lanius kennen sich schon lange: Genau genommen schon seit Gründung von LANIUS, da Hess Natur einer der ersten Kunden im Jahr 1999 war. Und noch mehr Anknüpfungspunkte gibt es: Verheiratet ist Matthias Hess nämlich mit Mariella Gonzales, der Inhaberin des Familienbetriebs, welcher in Lima seit 2008 für LANIUS die Alpaka Styles produziert und den wir auf unserer Reise natürlich besuchen werden.

Nach einem kurzen Check-In im Hotel werden wir von Matthias abgeholt und nach einem Kaffee geht es in Matthias’ Agenturbüro. Barbara, Einkäuferin von Hess Natur, stößt zu uns und wir machen uns auf den Weg, um unsere langjährige Produktionsstätte zu besichtigen.


URSPRÜNGLICH, HERZLICH, FAMILIÄR

UNSERE ALPAKA LIEBLINGSTEILE WERDEN IN HANDARBEIT GEFERTIGT

 

Von außen recht unscheinbar, erwartet uns im Inneren des Betriebes eine unglaublich herzliche, familiäre und ursprüngliche Atmosphäre. Wir werden jedem einzelnen Mitarbeiter vorgestellt und bekommen die Erlaubnis, für Sie und dieses Travel Journal zu fotografieren und zu filmen. Wir spüren, dass hier alles von der nachhaltigen Seele der Inhaberin Mariella geprägt ist. An den Handstrickmaschinen, im Design und im Organisationsbereich arbeiten stolze Männer und Frauen. In ganz Lima verteilt befinden sich diese kleinen Werkstätten, in denen unsere Lieblingsteile aus Alpaka in Handarbeit gefertigt werden. Wir sind sehr beeindruckt.



MUCHO DELICIOSO

PERUANISCHE SPEZIALITÄTEN


Von den Alpakas mal abgesehen steht Peru für sehr leckeres Essen. Wir werden ins „la mar“ ausgeführt - ein modernes Restaurant, in dem wir das Nationalgericht probieren: „Ceviche“- roher Fisch, eingelegt in Zitronensauce, serviert mit Zwiebeln und Mais. Dazu gibt es viele kleine peruanische Spezialitäten. Nach diesem leckeren Essen, das wir Ihnen nur empfehlen können, machen wir uns gut gesättigt auf zur nächsten Produktionsbesichtigung.



ÜBERRASCHEND VERTRAUT UND SEHR ORGANISIERT

 

Man vermutet es kaum, aber selbst im fernen Peru trifft man auf Rheinländer: Im zweiten Produktionsbetrieb, den wir besuchen, treffen wir auf den Inhaber Christian, der aus unserer Nachbarstadt Düsseldorf stammt. Der Betrieb ist GOTS-zertifiziert, maschinell gut aufgestellt und spezialisiert auf feine Qualitäten. Wir freuen uns, in Zukunft unsere Produktion dort auszubauen. 


Inhaber Christian und Claudia Lanius


FASZINIERENDE LANDSCHAFT UND
ENTSPANNTE MENSCHEN

DIENSTAG, 25.10.2016

 

Unser Aufenthalt in Lima ist nur von kurzer Dauer und wir treten schon am nächsten Tag die Weiterreise nach Arequipa an. Vorher ist jedoch noch ein wenig Zeit zum Schlendern und für den Besuch einiger Kunstaustellungen. Der Flug ist kurz und nach 1,5 Std. werden wir herzlich von unserer Agentin, Lucrecia Lovera, und dem Manager von Incalpaka, Juan Luis, abgeholt und zu unserem Hotel begleitet. Incalpaka ist einer der größten Alpaka-Garnhersteller in Peru.


 

Arequipa befindet sich auf einer Höhe von ca. 2300 Metern. Die Landschaft ist faszinierend: Wir sind umgeben von mächtigen Bergen und Vulkanen. Die Luft ist spürbar dünner und die Menschen sind unglaublich entspannt. Memo an uns selbst: Von dieser Entspanntheit müssen wir uns ein Stückchen abschneiden. Wir sind gespannt auf die Modemesse Alpaca Moda, zu der wir von der Kommission zur Förderung von Export & Tourismus in Peru eingeladen wurden.


SPEED DATING MEETS BUSINESS MEETINGS


MITTWOCH, 26.10.2016

 

Wir verbringen den Vormittag auf der Alpaka-Modemesse mit sogenanntem „Produzenten-Speed Dating“, bei dem wir unterschiedliche Produkte vorgestellt bekommen. Die Stimmung im Raum ist hitzig. Nach vier Stunden sind wir voller Eindrücke und neuer Informationen und werden mit einem leckeren Mittagessen belohnt. Danach besichtigten wir die Messehallen: Hier werden traditionelle Waren einiger Produzenten zur Order als auch zum direkten Verkauf angeboten.


Lucrecia Lovera, Claudia Lanius


 

Alpaca Moda, Modemesse, Arequipa


FASZINIEREND UND INFORMATIV

VOM ALPAKA ZUM "TOP"

 

Der Nachmittag ist informativ und faszinierend zugleich. Wir bekommen einen exklusiven Einblick in die Produktion von Incatops. Hier wird die geschorene Wolle angeliefert, von Hand nach Feinheit sortiert, gewaschen, gekämmt und schließlich zu einem sog. „Top“ aufgewickelt – aus diesem kann dann das Garn gesponnen werden.


 

Die Feinheitsstufen der Schurwolle eines Alpakas reichen von „Royal Alpaka“, über „Baby Alpaka“, bis hin zu gröberen Qualitäten. Uns wurde sehr anschaulich erklärt, dass „Baby Alpaka“ nicht von einem Jungtier, sondern vom Rücken der Alpakas stammt und lediglich etwa 20% der gesamten Wolle eines Tieres ausmacht. Ebenso ist es beim „Royal Alpaka“, diese feinste Qualität stammt aus dem Nackenbereich des Alpakas und ist mit einem Woll-Anteil von nur ca. 2% extrem rar und eine wirklich royale Qualität.



Nach der Besichtigung haben wir verstanden, warum ein Alpakapullover so wertvoll ist. Wir sind froh, dieses Wissen teilen zu können und auch unseren Kundinnen bewusst zu machen, dass für einen Alpakapullover das Alpaka ein ganzes Jahr lang auf den Anden mit dieser Wolle am Leib herumgewandert ist. Dass Menschen diese Tiere versorgen und sie scheren. Dass wieder andere Menschen diese Wolle prüfen und sortieren, bis sie aufbereitet wird, um schließlich maschinell, per Handstrickmaschine oder handgestrickt zu einem Pullover verarbeitet zu werden. Der Weg ist hier jedoch nicht zu Ende. Der Pullover wird via Flugzeug oder Schiff nach Europa transportiert, bis er über verschiedene Vertriebswege bei Ihnen im Kleiderschrank angekommen ist, um getragen und geliebt zu werden.


VOM GARN ZUM PULLOVER

DONNERSTAG, 27.10.2016

 

Am zweiten Tag auf der Modemesse Alpaca Moda entdecken wir einen Produzenten, der zukünftig die Schals für LANIUS produzieren wird. Wir sind euphorisch: Im nächsten Winter dürfen Sie sich auf Schals aus 100% feinstem Baby-Alpaka freuen.

Nach der Messe führt uns Lucrecia zu unserem Produzenten Incalpaka – eine Tochterfirma von Incatops, die aus den Tops Garne, bis hin zu fertigen Kleidungsstücken herstellt. Von der Spinnerei, über die Färberei, Strickerei und Konfektion – wir bekommen eine Führung durch die gesamte Produktionsstätte.


 

Plötzlich stehen wir in der Strickerei und bestaunen fasziniert einen Pullover und denken: Den kennen wir doch! Tatsache – einer unserer neuen Alpaka-Styles wird in der Strickerei gerade vermessen. Das Sample können wir direkt aus der Produktion mit in den Showroom nehmen, um dort noch Anpassungen zu besprechen. Das spart unserer Technik-Mitarbeiterin in Köln etwas Zeit, freuen wir uns mit einem Schmunzeln im Gesicht.



 

Von der Arbeit in der Produktion geht es auf direktem Wege weiter: zur Modenschau in der Altstadt von Arequipa unter freiem Himmel. Die vier größten Alpaka-Marken aus Arequipa präsentieren ihre neue Kollektion. Von modernen Schnitten über traditionelle Farben und Formen. Nach der Modenschau werden die Gäste, bestehend aus internationalen Einkäufern und peruanischen Designern, in einen romantischen Hinterhof geleitet. Die Stimmung ist gelöst, es wird heiter geplaudert und der Pisco Sour, ein klassisch peruanischer Cocktail, fließt. Unter den Gästen befindet sich auch der Minister für Außenwirtschaft, Eduardo Ferreyros Küppers, und der Bürgermeister von Arequipa, Florentino Alfredo Zegarra Tejada.


Modenschau

Annabelle Homann mit traditionellen peruanischen Tänzern


ALPACA MODA


FREITAG, 28.10.2016

 

Wir verbringen den Vormittag wieder auf der Messe, wählen Garne für unsere Produktion aus und bestellen wundervolle Schals für unseren Onlineshop. Wir erhalten die Möglichkeit, LANIUS in der Konferenz zu präsentieren und unsere wunderschönen Alpaka Styles zu zeigen.


DIE ANDEN – AUF DEN SPUREN DER ALPAKAS AUF 3500M HÖHE

SAMSTAG, 29.10.2016

Vecunjas

 

Wir haben sie gefunden: Am letzten Tag in Arequipa sehen wir sie endlich in ihrer gewohnten, kargen Umgebung: die Alpakas - in den Anden auf 3500 Metern Höhe. Juan und Lucrecia haben uns ins Hochland begleitet und wir bestaunen die trockene surreale Landschaft. So stellen wir es uns auf dem Mond vor. Die Alpakas ernähren sich von den wenigen Gräsern, die dort wachsen. Begleitet werden sie von einem Hirten mit Hund. Sogar Vecunjas lassen sich blicken: Diese Tiere sind besonders scheu und zart, ihr Fell ist kurz und sehr fein. Sie werden daher nur alle zwei Jahre geschoren. Damit die Tiere nicht vor Stress sterben, wenn sie geschoren werden, werden sie langsam von einer Menschenkette eingekreist und besonders vorsichtig angefasst und geschoren. Ein Schal aus 100% Vecunja kostet rund 1500€ und ist unglaublich weich. 


Alpakas


 

Shoppen kann man übrigens auch mitten in den Anden. Auf einem kleinen Platz bieten einheimische Frauen ihre selbst gesponnen und gestrickten Alpaka-Waren an. Sogar ein kleines Restaurant gibt es, in dem wir frischen Inka-Tee trinken und natürlich auch etwas kaufen: schöne Alpakamützen und Schals. Es ist ganz still hier oben – lediglich ein Traktor oder ein Reisebus zieht einmal vorbei.



Nach der eindrucksvollen Reise ins Hochland machen wir uns schweren Herzens auf den Weg zurück nach Lima. Abends kommen wir im Hotel an und versuchen, voll von den Eindrücken der Reise, etwas Schlaf zu finden: 12 Stunden Flug nach Madrid stehen uns am nächsten Tag bevor, dann umsteigen nach Frankfurt und mit dem Zug nach Köln – doch daran möchten wir jetzt noch nicht denken. Wie war das noch mit der Entspanntheit der Peruaner, von der wir uns ein Stück abschneiden wollten...?!



ALPAKA LIEBLINGSTEILE

DIE RICHTIGE PFLEGE FÜR NACHHALTIGE FREUDE AN IHREM LIEBLINGSTEIL

Jedes einzelne LANIUS Kleidungsstück ist von seiner Beschaffenheit her so designt und gefertigt worden, um Ihnen nachhaltig Freude daran zu schenken. Es ist dafür gemacht worden, um getragen, gereinigt, geliebt und im Zweifelsfall auch einmal ausgebessert zu werden. Besonders im Winter werden kuschelige Wollpullover oft getragen. Darum möchten wir Ihnen praktische Tipps an die Hand geben, um vermeidbare Abnutzungserscheinungen an Ihren Lieblingspullovern zu minimieren und gegebenenfalls zu beseitigen. 

 

WOLLE

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Wolle ist eine Spinnfaser, die aus dem weichen Fell des Tieres gewonnen wird, indem es geschoren oder ausgekämmt wird. Für die Herstellung von Kleidung wird hauptsächlich die Schurwolle vom Schaf, oder für besonders feine Fäden, die vom Lamm verwendet. Unsere gängigen Wollarten sind: Merino, Cheviot, Lambswool, Alpaka, Kaschmir und Mohair.




LANIUS SPEZIAL-WASCHMITTEL

Wenn Sie Ihre feinen Lieblingsteile bei niedriger Temperatur waschen, wählen Sie ein flüssiges Spezialwaschmittel. Es löst sich besser auf und schont somit die Fasern ohne die Waschleistung zu beinträchtigen. Bei Wolle empfehlen wir das milde LANIUS Spezialwaschmittel, das frei ist von Phosphaten, optischen Aufhellern, Bleichmitteln, somit biologisch abbaubar ist. Wenn Sie Ihre feinen Lieblingsteile richtig waschen, werden Sie lange an Ihnen Freude haben.

Benutzen Sie bitte ein Wäschebeutel für die feinen Materialien wie Seide und Wolle. Waschen Sie Ihre Lieblingsteile auf Links, um Farbveränderungen vorzubeugen. Wenn Sie Ihre feinen Lieblingsteile aus Wolle bügeln, empfehlen wir Ihnen ein Baumwolltuch zwischen Ihrem Bügeleisen und Ihrem Kleidungsstück zu legen, denn es schützt die empfindlichen Fasern. 


So handhaben wir es in Sachen Wolle bei LANIUS

Sollte ein Pullover doch an Länge und Form verloren haben, können Sie ihn vorsichtig in Form bügeln oder „steamen“ und ziehen. Beim Steamen können Sie schonend Knitterfalten auch aus empfindlichen Materialien entfernen. Dabei den Dampfglätter mit heißem Wasserdampf und ohne Bügelbrett aus einer sicheren Entfernung nutzen. Der kontinuierliche Dampfausstoß aus dem Steamer glättet schnell und einfach.

Da unsere Materialien naturbelassen und nicht mit Silikonen ummantelt sind, kann es gelegentlich zu Knötchenbildung an stark beanspruchten Stellen kommen. Dies ist nicht ein Anzeichen für eine mangelnde Qualität, sondern zeigt viel mehr, wie natürlich die Faser verarbeitet ist.

GOOD TO KNOW
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Die Knötchen können Sie leicht mit einem Wollrasierer oder Wollkamm entfernen. Feine lange Härchen können Sie von Zeit zu Zeit hochbürsten. Wolle besitzt eine sehr gute mechanische Selbstreinigung, d.h. Schmutzartikel dringen kaum in die Fasern ein. Auch nimmt sie wenige Gerüche auf, wie z.B. Schweiß und schon nach kurzem Lüften verlieren Wollfasern unangenehme Gerüche und riechen wieder neutral und frisch. Meistens reicht es, den Pulli über Nacht an der frischen Luft durchzulüften.

 

WICHTIG
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Cashmere sollte zwischen seinen Einsätzen ruhen. Auch wenn es sich um Ihren Lieblingspulli handelt: Gönnen Sie ihm 24 Stunden Pause.
Bitte bewahren Sie Strickteile gefaltet und nicht hängend auf dem Bügel auf. Wenn gestrickte Kleidungsstücke zu lange auf dem Bügel oder der Wäscheleine hängen, können sie ihre Passform oder ihren perfekten Sitz verlieren. Am besten liegend trocknen und in Form ziehen. Sie dürfen auf keinen Fall in den Trockner.

UNSER TIPP
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Achten Sie auf natürlichen Mottenschutz im Kleiderschrank (Zedernholz, Lavendel, Cadeöl).

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Bitte beachten Sie dabei stets das Pflegeetikett in Ihrem Kleidungsstück. Unsere Kolleginnen aus der Qualitätssicherung testen persönlich jedes Teil auf sein Verhalten und behandeln das Thema Pflege mit höchster Sorgfalt.

Gerne helfen wir Ihnen persönlich bei speziellen Fragen weiter. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an nachhaltiger Pflege unserer Umwelt zuliebe.


Ihr LANIUS Team